Freitag, Mai 25, 2018
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Jonathan Wertmann

Der junge Abiturient Jonathan Wertmann hatte lange Zeit mit Rugby nichts am Hut. Erst als er als Schüler ein Austauschjahr in Argentinien absolviert hat, kam er mit unserem Sport in Kontakt. „Dort wurde überall Rugby gespielt, allerdings war ich anfangs noch sehr skeptisch und habe mich auf meine Position als Zuschauer beschränkt.“. Als Jonathan wieder zurück in heimischen Gefilden war, hat ihn sein Mitschüler Robin Wittkowski dazu überredet, es einfach mal auszuprobieren. Viel Überzeugungskunst hat Robin offensichtlich nicht gebraucht, zumal Jonathan sich sowieso nach einer neuen Sportart umgesehen hat um seinen Körper etwas in Form zu bringen.

Erst einmal dabei, hat er sich auch sogleich vom Rugbysport begeistern lassen. Was ihm nach wie vor am meisten gefällt, ist der legendäre Rugbyspirit. „Der Gegner auf dem Feld, mit dem man sich „kloppt“, ist im Endeffekt dein bester Trinkpartner in der dritten Halbzeit.“. Auch außerhalb der Trainingszeiten und der Spiele fasziniert ihn nicht nur der Sport im Allgemeinen, sondern auch dessen internationale Akteure. So zieht er den Hut vor dem ehemaligen walisischen Nationalspieler und Rugbystar Gareth Thomas „weil er sich vom Klischee des Raufboldes entfernt hat und die Kraft dazu hatte, sich noch während seiner Karriere öffentlich zur Homosexualität zu bekennen. Nicht zuletzt muss man auch allen anderen Spielern auf die Schulter klopfen, die sein Coming-Out respektiert haben und ihn weiterhin als einen ganz normalen Spieler wahrgenommen haben.“ In anderen Sportarten (zum Beispiel der mit dem runden Ball) ein absolutes No-Go.

Derzeit spielt Jonathan in der zweiten oder dritten Sturmreihe bei der zweiten Garde der Potsdamer und sorgt dafür, dass die Bälle in den Gassen ordentlich gefangen werden. Mit seinem Lernwillen und seiner Einsatzbereitschaft hat er sich bereits nicht nur den Respekt der eigenen Mitspieler verdient, sondern auch den der Gegner.

Im Spiel am Ball. Jonathan Wertmann

Abseits des Platzes ist Jonathan ein verlässlicher und engagierter Typ, der sich für keinen Arbeitseinsatz zu schade ist. Als das Werk seiner Arbeit kann man die ordentlich verlegten Gehwegplatten vor unserem Club bestaunen. Jedoch ist Jonathan nicht nur im Rugby unterwegs, zu seinem sportlichen Repertoire zählen auch Schwimmen, Feldhockey, Basketball und das sportliche Aktiv-sein im Hochgebirge. Jahre zuvor durfte er sogar den Landesmeistertitel im Hockey feiern. Sein erklärtes Ziel im Rugby ist „weiterhin Spaß zu haben und irgendwann mal zu denen zu gehören, die immer alles besser wissen.“, verrät er mit einem Augenzwinkern. Selbstverständlich möchte er auch mal mit der ersten Mannschaft spielen aber seine Position in der zweiten Mannschaft nicht gänzlich dafür aufgeben. Im nächsten Jahr geht er erst mal für vier Monate nach Argentinien zurück und möchte auch dort dem Rugbysport treu bleiben.

Wo sollte man das denn besser machen als in einem Land, in dem Rugby immer noch auf Amateurebene betrieben wird, dennoch auf dem 6. Platz in der Weltrangliste steht und sich bei jeder Weltmeisterschaft immer ins Viertelfinale spielt? Wenn er dann nach Potsdam zurückkehrt, will er nicht nur seine Zimmermannsausbildung beginnen, sondern auch mit deutlich mehr Erfahrung in die Reihen der USV Adler stoßen.

 

Jonathan (Bildmitte) ist immer da wenn man ihn braucht

Text: Christof Hannemann


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