Donnerstag, Mai 24, 2018
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Spielbericht: USV Potsdam vs DRC Hannover 2010

Adler entführen 4 Punkte, nach Krimi aus Hannover
 
Schon viel hatte man über den Platz des DRC Hannover gehört. Dennoch war man beim Aufwärmen sehr überrascht über die auf Teilen des Platzes herrschende  Tiefe. Ein fester Stand war kaum möglich, was dem Spiel sturmstarker Mannschaften deutlich entgegen kommt.  Hinzu kommt, dass den Potsdamern weiterhin einige Spieler nicht zur Verfügung stehen und man gewiss davon ausgehen konnte, dass der DRC zu  Hause  ein anderes Gesicht zeigen wird als beim Gastspiel in Potsdam. Immerhin  war  diese Truppe ein gestandene 1.Liga Mannschaft, die mit 10 Spielern  verändert, dass Duell eröffneten.
 
Die Adler begannen das Spiel hoch motiviert, wollte sie doch eine zum HRC Spiel verbesserte Leistung zeigen. Bereits nach 8 Spielminuten konnten die Potsdamer ihre ersten Punkte verzeichnen. Robert Westphal verwandelte eine Straftritt aus nicht einfacher Position.

Nur 10 Minuten später konnte Eckdreiviertel Sascha Hess zum 1. Versuch des Tages einlaufen. Die Ergebnisse resultierten aus eine bis dahin geschlossenen Mannschaftsleistung. Nach einer gewonnenen Gasse in eigener Hälfte und dem folgenden Angriff der Hintermannschaft konnte S. Hess die Punkte erzielen. Die Erhöhung gelang nicht und somit blieb es beim 0:8.
 
Anstatt wie in den ersten 20 Minuten weiter zuspielen, kam es zum Bruch im  Potsdamer Spielfluss. Zunehmend ließen sich die Adler auf Diskussionen  mit  dem Schiedsrichter und Nicklichkeiten mit dem Gegner ein. Ein völlig unnötiger Straftritt führte zu Gasse des Gastgeber. Dieser  schaltete schneller als die Adler und erzielte durch Hakler Michael  Dörries  seinem Versuch (32min)zum zwischenzeitlichen 5-8. Kurz vor dem Halbzeitpfiff (41 min) kam es zu einem Straftritt direkt vor  den Stangen der Potsdamer, den die Hannoveraner sicher verwandeln konnten  und das Spiel auf 8:8 ausglichen.
 
Die Halbzeit Ansprache von Trainer Robby Lehmann war klar und deutlich.
"Wir wollen Rugby spielen und nicht diskutieren. Ein Spiel nach 20 min so  aus  der Hand zu geben ist nicht akzeptabel."

Hinzu kam es zur Umstellung im  Sturm. Kapitän Jan Bachmann rückte in die 1. Reihe auf und Jan Treuholz  kam  für Andres Bürger in das Spiel.
 
Die Bemühungen der Adler waren sofort nach Anpfiff spürbar, allerdings  waren  die Mannen des DRC nun auch hoch motiviert, witterten sie doch ihre  Chance  auf eine Sensation an der Beeke. Potsdam bekam in der 43 Minute zu seinem  nächsten Straftritt, der sein Ziel knapp verfehlte. Nur 2. Minuten  später  machte es "Junior" Westphal dann besser und brachte die Adler wieder mit 3  Punkten Vorsprung in Führung gehen. Allerdings wollte der Knoten einfach nicht platzen. Der Motor des Potsdamer Angriffs läuft immer noch ein wenig holperig nach dem langen Winter. Zahlreiche Chancen blieben ungenutzt, aufgrund der steigenden Quote von Handlingfehlern und mit zunehmenden Spiel wird der Druck zum Sieg immer höher.
Das größte Missgeschick passierte in der 61 Minute, als Schlussspieler Sandy Oberpichler an der 10 Meter Linie stehend Mark rief und in der  Folgesituation der DRC einen Straftritt zugesprochen bekam. Der DRC verwandelte erfolgreich und so stand es wieder Unentschieden 11:11. 

Das  Spiel ging ständig auf und ab. Gute Chancen auf beiden Seiten wurden durch aufopfernde Verteidigungsleistung vereitelt. In dieser Phase (65 min)  erhielt DRC Eckspieler Dimitri Rehkter, nach einer Tätlichkeit gegen einen am Boden liegenden Spieler zu Recht die rote Karte. Kompliment hier an den Linienrichter aus Hannover, der den Mut hatte dieses Vergehen anzuzeigen und  dem Schiedsrichter dies auch zu berichten.
 
Die Stimmung auf dem Feld war zu diesem Zeitpunkt hoch emotional. Es dauerte bis zur 71 min. Nach einem Durchbruch durch Halbspieler Joshua  Jahn, dem nachfolgenden, schnellgespielten Straftritt und der Vorarbeit durch Sandy Oberpichler, konnte Sascha Hess zum 2. Versuche unter den  Malstangen eintauchen und bedankte sich so auf seine persönliche Weise für die Tätlichkeit. Die anschließende Erhöhung durch R. Westphal war  ebenso  erfolgreich und wieder führte die Adler das Spiel an.

Wer gedacht hatte Potsdam würde mit einem Mann mehr das Spiel zusehens dominieren lag falsch. Weiterhin musste die Adler höllisch aufpassen, dieses Spiel nicht zu verlieren. Die Mannen des DRC taten das, vor für Sie berühmt  sind. Die Bälle eng am Sturm halten und mit wuchtigen Phasen die  Verteidigung aufreiben. Diese Arbeit führte zum Straftritt in der 78 min, an der Potsdamer 22  Meter  Linie, der das 14:18 einbrachte. Das Spiel blieb bis zur letzten Minute ein Krimi.

In der 80. Minute bekam der Gastgeber nochmal einen Straftritt, wegen halten am Boden zugesprochen, denn sie zur Gasse in den Potsdamer 22er traten. Der Schiedsrichter sagte nun laut an, dass dies die letzte Aktion  sei. Wer die Hannoveraner kennt der weiß was kommen musste. Paket des Gastgebers mit allen Stürmern. Potsdam verteidigte nun mit allen mögliche  Kräften und darüber hinaus. Wieder Straftritt für DRC, Gasse an der 5m  Linie. Überall anders auf der Welt wäre das Spiel nun vorbei gewesen, da die  Zeit  abgelaufen war und der Ball im Aus das Spiel beendet. Nicht so in Hannover.

Der DRC konnte zu einem letzten Maul ansetzen, dass wieder rigoros  verteidigt wurde, der öffnende Pass in die Hintermannschaft führte zum  Ballverlust und Potsdam trat den Ball nur noch ins Aus.
 
So blieb das glückliche Ende bei den Gästen. Ein Krimi für alle Beteiligten, ein gutes Spiel für die Zuschauer und weitere Aufschlüsse für die Trainer.

Die Frage bleibt dennoch, warum nicht so unbeirrt gespielt wie in den ersten 20 Minuten. Dann wäre all das Zittern in den letzten Minuten nicht  gewesen. Allerdings weiß man so auch, dass man das Zeug hat, enge Spiele  zu entscheiden. Was von dem Spiel bleibt ist eine wirklich starke Leistung des Potsdamer Sturms, aus dem Keiner hervorzuheben ist und der Mut für die kommenden Aufgaben macht. Immerhin muss man noch 3 Mal nach Hannover anreisen.

Ein Dank geht an die mitgereisten Fans und an die sportlichen Gastgeber  aus  Hannover.
 
 Mannschaftsaufstellung:
 1 Andreas Bürger
 2 Sebastian Danicke
 3 Timmy Schrade
 4 Thomas Burgemeister
 5 Henning Kohtze
 6 Jan Bachmann
 7 Felix Tegler
 8 Ralf Horn
 9 Joshua Jahn
 10 Robert Westphal
 11 Sascha Hess
 12 Jan Krauzig
 13 Karsten Horn
 14 Patrick Garate
 15 Sandy Oberpichler
 16 Jan Treuholz
 18 Dirk Bösel
 20 Wolfram Westphal
 21 Jan Münnich
 22 George Ngamotu


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