Dienstag, September 25, 2018
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Spielbericht: TSV Victoria Linden vs. USV Potsdam

Am 16. Mai machten sich die Rugbyspieler vom USV Potsdam auf den Weg nach Hannover, um im letzten und entscheidenden Spiel den Staffelsieg der 2. Bundesliga Nord perfekt zu machen.

Während der Fahrt geriet man in einen Stau und kam erst eine halbe Stunde vor Spielbeginn am Spielfeld an. Trotzdem begann man hoch motiviert und hätte nach 3 Minuten die ersten Punkte durch einen Straftritt machen können, hätte man nicht das Kicking Tee im Bus vergessen. So scheiterte Christian Schubert mit einem Drop Goal Versuch.

Nach einem schönen Durchbruch durch Hakler Sebastian Danicke, verletzte sich dieser nur wenige Minuten später, versuchte in den folgenden Minuten unter Schmerzen weiter zu spielen, was zu einer Unruhe im Gedränge selbst führte.

Nach 12 Minuten kam es zum ersten Rückschlag für die Potsdamer Adler, denn nach einer 5 Meter Gasse konnten die Victoria durch ein Maul an der Auslinie ins Malfeld eintauchen.
Nach diesem Rückschlag hätte man in der 19 Minute auf 5:3, durch einen Straftritt verkürzen können, dieser wurde aber vom Linienrichter nicht gegeben, worüber selbst das Lindener Publikum erstaunt war.

Nach der Auswechslung von Danicke in der 21 Minute verflachte das Spiel ein wenig, bis zur 29. Minute. Emotionen kochten auf, als ein Potsdamer Spieler am Boden getreten wurde und es zu einer kleinen Rangelei kam. Als Folge dieser Aktion bekam der Potsdamer Spieler Burgemeister, der noch nicht einmal in der Nähe gewesen war, unverständlicherweise die Gelbe Karte. Die Victoria konnte ihre Überzahl in der 32 Minute zu einem weiteren Versuch nutzen und führte nun mit 12:0.

In der 35. Minute konnten die Potsdamer auf 12:3 verkürzen und mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Halbzeit.

Die Halbzeit Ansprache von Trainer Robby Lehmann fiel dem Spielstand entsprechend deutlich aus und so startete die 2. Halbzeit gut für die Potsdamer.
Nachdem zum wiederholten Male ein Spieler am Boden getreten wurde und der Schiedsrichter dies direkt gesehen hatte, gab es in der 42. Minute Gelb für die Victoria.

Zur Verteidigung des Schiedsrichters muss man hier sagen, dass dies Aufgabe der Linienrichter ist. Warum der Lindener Linienrichter Treten am Boden konsequent nicht sehen wollte erklärt vielleicht die Reaktion der Zuschauer. Diese vertraten nämlich lautstark die Meinung, wer am Boden liegt ist selber Schuld wenn er getreten wird. Ein Verhalten was zu einem Spitzenspiel nicht passt und in den Sport einfach nicht hinein gehört.

Aus der nummerischen Überlegenheit, konnten außer einen Straftritt, keine Punkte gewonnen werden. Die Potsdamer agierten an diesem Tage zu nervös und nicht abgebrüht genug. Nach überstandener gelben Karte setzten die Lindener weiterhin starke Phasen mit ihrem Sturm. Ein 5 Meter Gedränge konnte gerade so gewonnen werden aber der Befreiungstritt, unter enormen Druck, landete an der 22 Meter Linie. Das anschließende Ruck wurde durch den TSV erkämpft und in der Anschlusshandlung erzielte der Gastgeber seinen 3. Versuch (Spielstand 17:6).

Die Potsdamer schienen nun endlich wach zu sein und belagerten das Lindener Malfeld nun dauerhaft. Die Einwechslung von Enrico Wischne verlieh dem Potsdamer Gedränge die nötige Stabilität. Die gewonnen Bälle konnte mit raumgreifenden Läufen der Hintermannschaft weit nach vorn getragen werden.

Bei einem dieser Gedränge kam es dann auch zu der kuriosesten Szene des Spiels, auf die Frage von Halbspieler Jahn, der selbst auch Schiedsrichter ist, ob das Gedränge im 22er sei antwortete der Schiedsrichter: Nein, oh wartet mal...Linden geht ihr bitte ein Stück zurück, ja jetzt sind wir im 22er...
 
Potsdam hatte in den letzten 20 Minuten mehrere Chancen zum Versuch, scheiterte aber immer wieder an der guten Lindener Verteidigung oder an sich selber.
Erst in der 77 Minute konnte Sandy Oberpichler zum ersten Versuch einlaufen, was aber zu diesem Zeitpunkt schon zu spät war.

Es war ein Tag an dem einfach alles schief ging, was schief gehen konnte. Angefangen beim Stau und dem vergessenen Kicking Tee, über den völlig überforderten Schiedsrichter, bis hin zu der eigenen Unfähigkeit eine Linie in das Spiel zu bekommen. Im Endeffekt wäre das alles egal gewesen, denn diese Niederlage wäre mit einer normalen Leistung verhinderbar gewesen.

Was bleibt von der Saison ist, dass es jetzt schon die erfolgreichste der Vereinsgeschichte ist, man hat mit Abstand die meisten Punkte gemacht, mit Abstand die beste Punktedifferenz, die beste Verteidigung, zusammen mit St. Pauli die meisten Bonuspunkte gesammelt und war vom ersten Spieltag an 1.

Wenn Victoria Linden am Sonntag gegen St. Pauli gewinnen würde, was sehr wahrscheinlich ist, bleibt dennoch  ein sehr fader Nachgeschmack. Der errungene 2. Platz war vor 2 Jahren noch unvorstellbar, nach dieser Saison jedoch ein Platz zu wenig.

Die Potsdamer werden sich damit begnügen müssen, die Entscheidung über die Saison, aus der Ferne zu beobachten.

Wir wünschen dem TSV und Pauli ein ähnlich spannendes Finale, wie wir es in den Partien gegen beide Mannschaften hatten.

Autor: Joshua Jahn


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