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Presseartikel der MAZ: Wühlen mit der ersten Reihe- Christof Hannemann gibt bei den Stürmern des USV Potsdam die Ansagen

Wenn am Sonnabend (14 Uhr) der RK 03 Berlin zum Bundesligaspiel beim USV Potsdam antritt, dann schert sich der Hakler Christof Hannemann kein bisschen darum, dass sich ein etablierter Erstligist auf dem Platz am Neuen Palais blicken lässt. „Etabliert hin oder her. Wir können was reißen“, sagt der Spieler, der in der ersten Sturmreihe der USV-Adler deutlich die Kommandos erteilt. Trainer Robby Lehmann gibt sich ebenfalls optimistisch: „Knapper Heimsieg.“

Christof Hannemann kann so manche Innenansicht vom Gegner anbieten. Schließlich stand er zwischen 2007 und 2010 in den Reihen der Berliner. „Die meisten Spieler sind heute noch dabei. Die haben über Jahre ihr Zusammenspiel optimiert. Sind fit ohne Ende, da drei- bis viermal wöchentlich trainiert wird“, lautet die tiefschürfende Einschätzung des Studenten für prähistorische Archäologie.

Noch in einem anderen Sinne ist „Hanne“ ein Wühler auf dem Platz. „Im Gedränge stehe ich mittendrin. Da geht es dann darum, das Lederei geschickt den eigenen Leuten zuzuleiten und wieder zum Angriff zu blasen. Oder man versucht, dem Kontrahenten das Spielgerät abzuluchsen“, beschreibt der 30 Jahre alte Akteur seine Aufgaben, zu denen überdies gehört, bei den Gassen das Ei einzuwerfen.

„Man hat mir meine Rückkehr nach Potsdam wohl schon etwas übel genommen“, mutmaßt der kräftige Spieler Hannemann, der im Gedränge seine Physis mit gut 100 Kilogramm vorteilhaft einzusetzen weiß. „Aber der USV sollte eben nicht nur als Talentelieferant für andere Teams herhalten. Mir war es wichtig, mich persönlich in Berlin weiterzuentwickeln. Ich wollte mich spielerisch verbessern. Das Gelernte kommt nun meinem Verein wieder zu Gute.“ Ähnlich hat auch Patrik Garate gedacht, der in der Serie 2009/10 für die Berliner antrat. „Ihre Erfahrungen, ihre Spielreife sind Motivation für die Mannschaft“, bestätigt der Coach Lehmann. „Als ich Rugby 1998 an der Uni kennen gelernt habe, da rannten Hanne und Pato längst schon beim USV Potsdam rum.“ Hannemann und Garate kennen sich „seit der Grundschule“.

Den USV-Adlern fehlte am vergangenen Wochenende beim äußerst knappen 24:25 beim FC St. Pauli laut Lehmann „das berühmte i-Tüpfelchen“. Und selbst der RK 03 Berlin konnte sich zuvor bei den Hamburgern lediglich mit 20:15 durchsetzen. Grund genug, mit erhobenem Haupt gegen den derzeitigen Dritten der Meisterrunde Nord/Ost ins letzte Spiel vor der Winterpause zu gehen. „Der jüngste Schlagabtausch mit St. Pauli spornt uns an. Wir müssen erneut Kampfgeist und Moral abrufen, dann wird es ein ganz heißer Tanz.“ Hannemann warnt indessen: „Wir dürfen nicht blauäugig und vor allem nicht ungeordnet agieren. Nur aus dem Bauchgefühl heraus zu spielen, das reicht nicht.“

Von sinkenden Temperaturen wird sich der Spieler, der aus Berlin zu den Einheiten pendelt, ebenfalls nicht beeindrucken lassen. „Da können es draußen zehn Grad minus sein und die anderen haben längst lange Kleidung übergestreift. Aber nicht Hanne. Der trägt kurz“, versichert Trainer Lehmann.

 

Autor: Ralf Thürsam
Erschienen in der  MAZ am 21.11.2012


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