Samstag, September 22, 2018
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Potsdamer Adler kehren mit einem lachenden und weinenden Auge vom Derby aus Hohen Neuendorf zurück.

Bei bestem Rugbywetter in der Herbstzeit trafen beide Mannschaften am vergangenen Samstag aufeinander. Blickt man auf das letzte Derby beider Mannschaften zurück, so waren es am Ende die Unioner, die nach einem packenden Ligaspiel (Endstand 13:6) jubeln konnten. Die Adler zogen damals als Topfavorit tief enttäuscht vom Platz und mussten noch lange an dieses Spiel denken. In diesem Jahr schienen die Vorzeichen verändert. Nicht mehr die Adler waren die Favoriten, sondern die zu Saisonbeginn heiß gehandelten Favoriten auf den Staffelsieg, die Rugbyunion aus Hohen Neuendorf. Noch vor einigen Wochen hätte niemand erwartet, dass dieses Spiel so eng werden könnte. Die Entwicklung der letzten Zeit bescherten den Zuschauern aber zwei Mannschaften auf Augenhöhe.
Die Ausfälle auf beiden Seiten sind nicht einfach zu verkraften. Die Adler mussten kurz vor dem Spiel auf Schlussspieler Robert Westphal verzichten, der eine im Training erlittene Verletzung nicht mehr rechtzeitig in den Griff bekam. Zwangsläufig wurde die Aufstellung aus den letzten Spielen umgeändert, was den Adlern nicht so zu gefallen schien. Allerdings präsentierten die Potsdamer auch Ihren Neuzugang Hendrik van Look, der Vielen als ehemaliger Spieler des Berliner Rugby Club und der Nationalmannschaft bekannt sein sollte.

Die Potsdamer wollten dieses Spiel dennoch gewinnen und vor allem Wissen, wie sie derzeit gegen einen gleichwertigen Gegner bestehen würden.  Der Gastgeber aus Hohen Neuendorf zeigte sich geschlossen und motiviert eingestellt. In den ersten 30 Minuten diktierten die Unioner das Spielgeschehen nach Belieben und setzen die Adler von Beginn an unter großen Druck. Aus einem Befreiungstritt heraus erzielten die Adler in der 3. Minute dennoch den 1. Versuch durch Jan Treuholz, den Gedrängehalb Joshua Jahn erfolgreich erhöhen konnte (0:7). Allerdings ließ dies die Hausherren, so der Anschein, unbeeindruckt. Die temporeichen Angriffe der Hausherren führten in der Verteidigungslinie der Adler zu unzähligen Fehlern, welche in der 10. und 13. Minute per Strafftritt durch Stephan Werk zu Punkten für die Unioner führten. Erschwerend kam hinzu, dass sich 1. Reihespieler Andreas Bürger in der 6. Minute verletzte. Er setzte das Spiel zwar fort, musste aber noch in der 1. Halbzeit das Feld verlassen. Ein weiterer Straftritt in der 16. Minute verfehlte sein Ziel knapp und ließ die Adler weiterhin in Führung bleiben. In der 25. Minute viel dann der 1. Versuch auf Seiten der Heimmannschaft, die damit die Führung übernahmen und diese bis zur Halbzeit auf 16:7 ausbauen konnten. Der Sturm der Hausherren machte den Potsdamern viele Probleme, so dass nur wenige eigene Bälle in Gasse und Gedränge gewonnen werden konnten. Hinzu kamen die unzähligen kleinen Fehler, die kein lockeres Spiel auf Seiten des USV zuließen. Nach dem Gegenversuch stellten die Potsdamer, entgegen jedem Risiko auf Ihre alte Aufstellung zurück und mit Hineinnahme von Enrico Wischne(für Bürger) in der 33. Minute, kam auch mehr Sicherheit ins eigene Gedränge. Die Adler erspielten sich in der Folgezeit einige aussichtsreiche Angriffe, ließen diese aber ungenutzt.

Der Wille dieses Spiel gewinnen zu wollen, ließ das Potsdamer Spiel ein wenig verkrampfen und der Einsatz der Spieler schoss in mancherlei Hinsicht über das Notwendige hinaus. So führten die Hausherren zur Halbzeit mit Recht in dieser Höhe. Die Aufgabe für die 2. Hälfte bestand darin, etwas abgeklärter und ruhiger an die Sache zu gehen und mehr Sicherheit in den eigenen Angriff zu bringen. Wenigsten die 2. Hälfte wollten die Potsdamer für sich entscheiden. Es blieb abzuwarten wie lange die Rugbyunion dieses hohe Tempo gehen könnte.

Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhten sie das Ergebnis per Straftritt auf 19:7 (44. Min). Die Adler setzten die Entwicklung aus der 1. Hälfte fort und konnten nach und nach das Spiel in die Hälfte der Unioner  verlagern. Aus einem schönen Angriff heraus konnte Jan Treuholz seine Mannschaft auf 19:12 heranführen und Joshua Jahn steuerte weitere 2 Punkte per Erhöhung bei (19:14). Das Spiel kippte nun zu Gunsten der Adler und die Hausherren verloren zunehmend Ihren spielerischen Faden. Mit aller Kraft stemmten Sie sich gegen die Angriffe der Potsdamer und konnten sich meist nur per Kick vom Malfeld entfernen.
Die Zeit schien wie im Fluge zu vergehen. Die Unioner waren zu keinem Zeitpunkt abgeschrieben und immer wieder gefährlich, doch der Kräfteverschleiß war deutlich zu spüren.

Nach unzähligen Chancen der Adler war es Jan Krauzig, der eine Lücke in der Linie der Unioner nutze und 12 Minuten vor dem Ende den 19:19 Ausgleich erzielte. Die Adler drängten nun auf den Bonuspunkt für 4 erzielte Versuche, welche wohl auch den Sieg in diesem Spiel bedeutet hätte. Doch den Potsdamern fehlte an diesem Tag das notwendige Quäntchen Abgeklärtheit. Die Angreifer liefen sich in der Linie der tapfer kämpfenden Rugbyunion immer wieder fest und das Spiel endete nach einem 5m Gedränge vor der Mallinie der Hausherren.

Nach der Entwicklung der 2. Spielhälfte hätten die Adler das Derby gewinnen müssen aber in Anbetracht der gesamten Partie und der zurückliegenden Monate ist das Auge eher ein Lächelndes als ein Weinendes.


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