Donnerstag, Mai 24, 2018
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Kuriosum in Hannover

Am vergangenen Samstag mussten die Potsdamer ihre letzte Auswärtsfahrt in der Vorrunde des DRV-Pokal antreten. Gegner war niemand geringeres als der DRC Hannover, seines Zeichens ehemaliger Deutscher Meister (zuletzt 2005). Schon auf der Hinfahrt kam es zu Fragezeichen in den Gesichtern von Trainer Robby Lehmann und Teammanagerin Daniela Rupprich, denn der eigentlich angesetzte Schiedsrichter für diese Partie, Daniel Blank, hatte bereits vor 3 Wochen mitgeteilt, dass er an dem Tag  nicht pfeifen kann. Nach Rücksprache mit ihm, erklärte er sich dennoch bereit, das Spiel zu pfeifen und auf seinen eigenen Einsatz bei Germania List als Spieler zu verzichten.

 

Mit 10 Minuten Verspätung konnte das Spiel dann auch ordnungsgemäß angepfiffen werden und die Potsdamer zeigten sofort, dass sie hier nicht um einen Blumentopf spielen wollten. Herzhafte Angriffe in des Gegners Hälfte wurden vollzogen und die Potsdamer versuchten damit gleich zu Beginn die Oberhand zu gewinnen. Nach kurzer Spielzeit dann auch ein Straftritt für die Gäste von der Havel wegen eines High-Tackles an der Mittellinie.

Christian Schubert war an diesem Tag glänzend aufgelegt und entschied sich, den Ball durch die Stangen zu treten. Gesagt, getan landeten die ersten Zähler alsbald auf der Punktetafel: 0:3 für Potsdam. Kurz darauf ließ man aber auf Potsdamer Seite den Schlendrian durchgehen und der DRC kämpfte sich mit wenigen Angriffen bis kurz vor das Malfeld heran. Nach einer Gasse im Fünf-Meter-Raum für die Hausherren konnte Potsdams Joschua Jahn einen Pass heraus fangen, wurde jedoch sogleich von zwei Hannoveranern getackelt und Jahn löste sich nicht schnell genug vom Ball. Die Folge war ein Straftritt für den DRC, den dieser auch prompt verwandelte.

Neuer Punktestand 3:3. Jedoch ließen die Potsdamer nicht die Köpfe hängen und legten gleich wieder einen Zahn drauf, wusste man doch um die Brisanz der Situation und dass nur ein Sieg mit vier gelegten Versuchen hilfreich sein wird um den vierten Tabellenplatz zu ergattern. In Folge dessen konnte Christian Schubert nach einem starken Durchbruch den ersten Versuch des Tages legen.

Die Erhöhung besorgte Schubert auch selber und setzte die Punktetafel auf 3:10 herauf. Die Potsdamer schwammen nun im Oberwasser und konnten mit zahlreichen Durchbrüchen glänzen, jedoch scheiterten sie immer wieder an einem zu hektischen Ballspiel. Nach einem grandiosen Fieldkick von Verbinder Jan Krautzig konnte Michael Krenz die Verteidigung überraschen und kurz vor dem gegnerischen Malfeld fast den Ball erlaufen. Allerdings behielt der junge Hannoveraner seine Nerven nicht im Griff und brachte Krenz ohne Ballkontakt zu Boden. Die Konsequenz daraus war ein Straftritt und eine gelbe Karte für den DRC. Mit Blickrichtung auf die vier benötigten Versuche entschied man sich für eine Gasse kurz vor dem Malfeld. Nach einigen Ballstafetten konnte Ralf Horn aufgrund der Überzahl den zweiten Versuch des Tages für sich beanspruchen.

Auch diesmal gelang Schubert die Erhöhung. Neuer Punktestand 3:17.  In den letzten Minuten der ersten Halbzeit musste ein weiterer Spieler des DRC mit einer gelben Karte das Spielfeld wegen wiederholter Abseitsstellung verlassen, was die Potsdamer erneut bis kurz vor das gegnerische Malfeld brachte. Nach einer weiteren Abseitsstellung des DRC im fortlaufenden Spiel entschied der Schiedsrichter wieder einmal auf Straftritt für die Potsdamer, pfiff aber im selben Moment die erste Halbzeit ab. Zur Pause bestellte der Ref beide Kapitäne zu sich um die Diskussionen seiner Entscheidungen seitens der Spieler zu beenden.

In der zweiten Halbzeit fing Potsdam dort an, wo sie aufgehört haben und brachten die Hausherren regelmäßig in Bedrängnis. Kurz daraufhin legte Potsdams Ralf Horn den dritten Versuch des Tages, diesmal ohne Erhöhung. Die Diskussionen um die Schiedsrichterentscheidungen rissen seitens der Hausherren leider nicht ab und Schiedsrichter Blank wirkte zunehmend entnervt. Nach einem sauberen Angriff der Potsdamer, der bis kurz vor das Malfeld der Hannoveraner reichte, schickte Schiedsrichter Blank einen weiteren Hannoveraner wegen High-Tackles mit einer gelben Karte an die Seitenlinie.

Die Empörung über eine andere Entscheidung kurz darauf brachte den vierten Hannoveraner mit einer gelben Karte auf die Bank. Erneut spielten 15 Potsdamer gegen 13 Hannoveraner. Der Druck auf die Hausherren wuchs und man kämpfte sich wieder einmal bis kurz vor das Malfeld der Gastgeber und wollte mit dem vierten Versuch, und damit dem Bonuspunkt, den Sack zumachen. Nach einem Vorwurf der Gastgeber ordnete Schiedsrichter Blank ein Gedränge kurz vor dem Hannoveraner Malfeld an.

Allerdings entbrannte auch hier erneut eine Diskussion um die Schiedsrichterentscheidung weshalb Der Unparteiische kurzerhand das Spiel wegen zu vielen Meckerns abpfiff. 20 Minuten wären laut der Uhr noch zu spielen gewesen und der vierte Versuch inklusive der vollen Punktausbeute, die für die Potsdamer in der derzeitigen Situation so wichtig war, wurde mit dem Spielabbruch  verhindert.

Nun muss man abwarten, was die Spielkommission zu diesem Umstand sagt. Weiterhin bleibt auch die Frage nach den verbleibenden zwei Punkten aus der Qualifikationsrunde von offizieller Seite aus offen. Diese zwei Punkte wurden den Potsdamern zu viel abgezogen, nachdem sie in die DRV-Pokalrunde gerutscht sind.

Alles hängt jetzt nun von einer schnellen Entscheidung seitens der Spielkommission ab, ob man im Achtelfinale zu Hause gegen Mainz spielen darf, oder man als vermeintlich Tabellenfünfter auswärts ins fast 600 km entfernte München muss.


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