Donnerstag, Mai 24, 2018
Text Size

Jahresrückblick 2012

Die Welt ist am 21. Dezember doch nicht untergegangen und daher wollen wir nun gemeinsam auf das Jahr 2012 zurückschauen. Was hat sich alles verändert, was hat sich daraus entwickelt und wohin wird unsere Reise in den kommenden Jahren gehen?

 


Die Potsdamer Männerspieler blicken gespannt in das Jahr 2013

Angefangen hat das Jahr 2012 ziemlich nüchtern. Wollten die Potsdamer Herrenspieler doch unbedingt im Kampf um den Zweitligameistertitel der Saison 2011/12 mitreden, musste man im März feststellen, dass der Zug dafür abgefahren zu sein scheint. Die Hinrunde im Jahr 2011 war von einigen Umbrüchen geprägt. Neue Spieler sowohl aus der eigenen Jugend als auch aus dem von Christian Schubert initiierten Uni-Rugbykurs stießen dazu und einige alte Hasen kehrten zurück in den Adlerhorst.

Im Jahr 2012 hat man sich aber dennoch als Team zusammengefunden und konnte die Rückrunde dann fulminant mit einem dritten Platz beenden.  Jedoch gab es in dieser vergangenen Saison ein Novum zu bestaunen. Erstmals hat sich eine zweite Herrenmannschaft gegründet, die mit dem Projekt der Berlin Grizzlies eine Kooperation einging um den Spielbetrieb zu ermöglichen. Die Grizzlies haben sich kurz zuvor neugegründet und wollten der  Berliner Rugbyszene eine neue, internationale Facette verleihen. Unter der Initiative des Deutsch-Australiers Mick Schmidt sollte eine internationale Mannschaft, bespickt mit deutschen Talenten die deutsche Rugbylandschaft erweitern. Es liegt jedoch in der Natur der Sache, dass man von heute auf morgen kein Verein aus dem Boden stampfen kann. Daher begaben sich die Grizzlies auf die Suche nach Mitstreitern. Allerdings fand sich in dieser riesigen Stadt mit sage und schreibe fünf Rugbyvereinen kein Partner, weshalb die Suche auf das „Umland“ ausgedehnt wurde. Da traf es sich ganz gut, dass die Potsdamer eine zweite Mannschaft ins Leben rufen wollten, die das Ziel hat, die jungen Spieler in den Herrenbereich einzugliedern. Diese Kooperation wuchs beständig weiter und die Spieler der Grizzlies bereicherten nun fortan den Potsdamer Trainingsbetrieb, konnten sogar einige neue Ideen mit einbringen und steigerten dadurch auch die Motivation der alteingesessenen Spieler.

Die zweite Mannschaft startete in der Regionalliga Nord/Ost und konnte einige wichtige Siege verbuchen. Das Saisonziel der Grizzlies, der Aufstieg in die zweite Bundesliga, schien zum Greifen nah, aufgrund einiger Umstände, die das Ligageschehen grundlegend verändern sollten, kam es leider doch nicht dazu. Zunächst stand der 10. Sanssoucipokal im Vordergrund. Ein Turnier, das mittlerweile zum größten Nachwuchsturnier Deutschlands avancierte. Nach intensiven Vorbereitungen wurde zu den Pfingstfeiertagen das Turnier eröffnet und mit einer rekordverdächtigen Teilnehmerzahl von 47 Mannschaften war das komplette Wochenende ausgebucht. An dieser Stelle ein erneutes Dankeschön an alle Helfer, ob nun im administrativen Bereich, in der Logistik oder auch an den Verpflegungsständen. Ein Turnier in solch einer Größenordnung ist ohne die ganzen ehrenamtlichen Helfer nicht zu bewältigen und mit der großen Hingabe aller Beteiligten wäre der Sanssoucipokal bei weitem nicht so erfolgreich, wie er es ist.


Auch 2013 erwarten uns zahlreiche spannende Spiele beim Sanssoucipokal

Nun zurück zum Spielbetrieb. Im Sommer 2012 wurde auf dem Deutschen Rugby Tag eine neue Ligareform beschlossen, die die erste Bundesliga komplett umkrempeln sollte. Durch die Neustrukturierung wurde die erste Männermannschaft der Potsdamer von null auf hundert in die erste Liga katapultiert, die nun in vier Großregionen (Nord, Ost, Süd und West) mit jeweils sechs Mannschaften unterteilt wurde. Eine zweite Liga in der altbekannten Form gab es nun nicht mehr, dafür wurde der DRV Pokal für die Mannschaften, die den Sprung in die erste Liga nicht schafften oder wagten wieder eingeführt.

Der Sommer 2012 sollte jedoch nicht nur von der Ligareform geprägt sein. Traditionell nutzen die Adler die heiße Jahreszeit, um sich der 7-er Variante zu widmen. Mit den Deutschen Hochschulmeisterschaften und dem Schietwettercup in Kiel haben sich mittlerweile zwei feste Termine im Potsdamer Kalender eingebrannt. Während die Hochschulmeisterschaften den Potsdamer Studenten vorbehalten bleibt, kämpfen in Kiel alle 7-er verrückten Männerspieler um den begehrten Schietwetterpokal. Die Deutsche Hochschulmeisterschaft ist und bleibt das ideale Turnier um die rugbybegeisterten Studenten in unsere kleine aber feine Welt einzuführen. Allerdings müssen sich die Potsdamer seit mehreren Jahren den Berliner Studenten regelmäßig im Finale geschlagen geben. So wollte man auch in diesem Sommer nicht mit der Tradition brechen und begnügte sich erneut mit dem zweiten Platz.

Anders war es in Kiel. Unter strahlendem Regenwetter fand man sich zum zweiten Mal überhaupt in der norddeutschen Landeshauptstadt ein und wollte in diesem Jahr nun auch endlich den Pokal mit nach Hause entführen. Unter dem Motto (das Kredo, dass das Motto den Namen „Kiel“ beinhalten muss, blieb bestehen) „Pirates of the Kielribbean“ schlug man am Freitagabend mehr oder weniger kontrolliert seine Zelte auf und fröhnte der legendären Verbrüderungszeremonie mit den anderen Teilnehmern. Am darauffolgenden Samstag spielten die „Havelpiraten“ zur Überraschung der gegnerischen Teams munter auf und konnten sich bis ins Finale durchkämpfen.

Die letzte Kaperfahrt sollte gegen die Hamburger Landratten stattfinden und, um es an dieser Stelle kurz zu machen, wurde dann kurz vor dem Ende knapp gewonnen. Mit dem Pokal und Säbel in der Hand ging es sogleich zur Feier auf die Kieler Woche und auch da konnten die Potsdamer ihren Siegeszug weiterführen indem sie zahlreiche Herzen gewannen und eroberten.    


Schietwettercup in Kiel 2012 erfolgreich gewonnen

Zurück an der Havel musste man sich nun dem umgekrempelten Ligaalltag widmen. Konditionseinheiten wurden überstanden und ein neuer Plan ausgeheckt. Die Vorrunde, bestehend aus den Teams Berliner Rugby Club, Rugbyklub 03 Berlin, Berliner SV, Rugby Club Leipzig und selbstverständlich dem USV Potsdam, musste mindestens mit dem vierten Platz beendet werden, um dann in die nächste Runde aufsteigen zu dürfen. Die Kooperation mit den Grizzlies wurde erweitert, sodass einige Grizzlyspieler in den Reihen der Adler ihren Einzug fanden. Gegen die etablierten Erstligisten BRC und RK 03 Berlin war von vornherein klar, dass man keinen Blumentopf gewinnen kann. Man wollte sich aber die Peinlichkeit einer derben 100:0 Klatsche ersparen und sich so teuer wie möglich verkaufen. Dieser Plan ging auch auf, wobei jedoch wesentlich mehr drin gewesen wäre.

Die sogenannte Meisterrunde wurde eingeläutet und man traf auf die altbekannten Teams aus Hamburg und Hannover. Die bittere Auswärtsniederlage gegen den TSV Victoria Linden Hannover war ein herber Schlag in den Nacken und zerstreute die Hoffnung auf den begehrten vierten Platz in der Meisterrunde in den Wind. Kurz darauf mussten die Potsdamer auswärts gegen den ewigen Rivalen aus St. Pauli ran. Mit befreitem Kopf startete man fulminant in diese Partie, führte sogar in dominanter Weise auf der Punktetafel bevor die Hamburger kurz vor Schlusspfiff punkten konnten und dadurch denkbar knapp mit 25:24 das Spiel gewannen.

Das letzte Spiel des Jahres mussten die Potsdamer zu Hause gegen den RK 03 Berlin bestreiten. Das Spiel war zur Überraschung aller Anwesenden recht ausgeglichen, musste dann aber wieder einmal kurz vor Schluss aufgrund zahlreicher Mängel in der Disziplin verloren gegeben werden. Dennoch ließ sich aus den vergangenen Spielen ein Lichtblick, verbunden mit einem klaren Aufwärtstrend erkennen, woran die die Spieler der Grizzlies einen nicht unerheblichen Anteil tragen.

Der krönende Jahresabschluss wurde zeremoniell mit der Weihnachtsfeier begangen. Erfreulicherweise konnte man auf der Feier zahlreiche neue, altbekannte, langvermisste oder auch heiß ersehnte Gesichter begrüßen, die den Charme der Potsdamer Rugbysfamilie überhaupt erst ausmacht. Alte Traditionen wurden wieder eingeführt und bis in die Morgenstunden gefeiert.     

Was hat sich im vergangenen Jahr denn eigentlich alles entwickelt, mag sich der ein oder andere von euch nun fragen. Fangen wir am besten damit an, dass die Rugbyabteilung des USV Potsdam in der Person von Micha Krenz seit diesem Jahr wieder einen FSJ´ler (Freiwilliges soziales Jahr im Sport) gefunden hat. Nach nur kurzer Zeit konnte Michael Krenz die Partnerschaften mit den Grundschulen der näheren Umgebung weiter ausbauen und initiierte sogar eine Spielgemeinschaft der Schulen, die in der zweiten Jahreshälfte auch ihr erstes Turnier bestreiten konnte und alle Anwesenden mit ordentlichen Ergebnissen überraschte.

Auch die Nachwuchsmannschaft um Trainer und Männerspieler Robert Westphal überraschte nicht nur mit achtbaren Ergebnissen, sondern sogar mit etlichen Turniersiegen. Der Kapitän der ersten Herrenmannschaft, Ralf Horn, führt seine U 6 Mannschaft weiter und wird bestimmt auch bald die ersten Erfolge feiern dürfen. Ganz große Erwähnung soll an dieser Stelle auch die neu entflammte Verbindung der Old Boys mit den Herrenspielern finden. Unter Initiative von Grizzlyspieler Christian Tetzlaf und den Old Boys fand erstmals ein gemeinsames Trainingsturnier mit den Alten Herren, den Herrenspielern der ersten und zweiten Garde und sogar der neuformierten U 18 (unter Anleitung vom ehemaligen Herrenspieler, Nationalspieler und Trainer Frank Langer) statt.

Im Anschluss daran wurde das Spiel bei isotonischen Getränken und Grillgut am Lagerfeuer ausgewertet und einstimmig für gut befunden. Möge dieser Brückenschlag nicht so schnell einreißen, sondern vielmehr weiter ausgebaut werden. Aus dieser gemeinsamen Trainingseinheit resultierte dann auch der Einsatz einiger alter Herren bei den Grizzlies. Trotz des (verhältnismäßig) hohen Alters haben sie sich mehr als teuer verkauft und konnten ihre Erfahrung an die jüngeren weitergeben.

Zu guter Letzt muss auch der neu entstandene Posten eines Teammanagers gebührend erwähnt werden. Die Koordinierung von zwei Herrenteams, die Organisation im Spielverkehr und die Kontrolle für einen reibungslosen Ablauf über all diese Dinge geschehen nicht von allein. Daher ist es mit einem Diamantfund zu vergleichen, dass Daniela Rupprich diese arbeitsintensive Aufgabe übernommen hat und auch mit Bravour meistert. Dafür gilt ihr ein besonderes Dankeschön aller Teams.

Am Ende des Jahres angekommen, stellt sich immer wieder die eine Frage. Wie wird es im nächsten Jahr weitergehen und was wird uns erwarten? Im Vordergrund steht der weitere Ligabetrieb. Potsdam steht zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte im Achtelfinale um die deutsche Meisterschaft im klassischen 15-er Rugby. Der vierte Platz in der Meisterrunde und das damit verbundene Heimrecht im Achtelfinale scheint zwar in weite Ferne gerückt zu sein, ist aber dennoch nicht unerreichbar. Im Frühsommer wird erneut der Sanssouci Pokal ausgetragen und bildet den großen Saisonabschluss im Nachwuchsbereich.

Die Potsdamer Studenten fiebern wieder einmal der Deutschen Hochschulmeisterschaft entgegen, die diesmal in Göttingen ausgetragen wird, und wollen nun endlich den Fluch des ewigen Zweiten brechen. Für den Schietwettercup in Kiel wurde bereits ein neues Motto postuliert: Nach der „Tekieler Rasselbande“ im Jahr 2011 und den „Pirates of the Kielribbean“ im Jahr 2012 steht nun „Der Clan der McWhiskiels“ für 2013 abfahrbereit!

Mit Schottenrock und Dudelsack soll der Pokal erfolgreich verteidigt werden. Wer möchte, kann sich dem näheren Umfeld des Clans anschließen und ein sagenhaftes Wochenende im hohen Norden miterleben. Umfangreiches Entertainmentprogramm inklusive!


Können die Potsdamer Studenten den Fluch des ewigen Zweiten im Jahr 2013 brechen?

An dieser Stelle sollen einige Namen aufgezählt werden, denen ebenfalls großer Dank gebührt:

Die Nachwuchstrainer Robert Westphal, Michael Krenz, Ralf Horn und Robby Lehmann, die nach einem harten Spieltag am Samstag es noch hinbekommen, sich am Sonntag aus den Federn zu schwingen und mit dem Nachwuchs auf Tour zu gehen. Weiterhin gebührt den zahlreichen Eltern Dank, die jedes Mal ihre tatkräftige Unterstützung anbieten und auch ordentlich mit anpacken. Natürlich soll der Vorstand nicht unerwähnt bleiben, der mit seiner Arbeit hinter den Kulissen das Getriebe unseres Vereins schmiert. Nochmals an dieser Stelle ein Danke an Daniela Rupprich, die überall zugegen ist, wenn Not am Mann besteht.

Ebenso ein Danke an Dr. Detlef Krüger, der mit seiner Hilfe im Trainings- und Spielbetrieb eine wunderbare Integration, oder nennen wir es Inklusion, betreibt. Danke auch an Christian Tetzlaf, der die Verbindung zu den Grizzlies aufrecht erhält und die Brücke zwischen den Herrenspielern und den Alten Herren geschlagen hat. Last but not least danken wir allen Unterstützern, Helfern, Fans und selbstverständlich den Sponsoren für ein ereignisreiches Jahr 2012. Dass ihr alle euch immer wieder bei dem verrückten Haufen, der sich Rugby Potsdam nennt blicken lasst, beweist uns, dass wir nicht alles falsch machen…

Alles in allem verspricht 2013 ein spannendes Jahr zu werden. Was auch geschieht, ein Motto bleibt immer: Es gibt viel zu tun. Packen wir es an!

In diesem Sinne: „Steige hoch, du roter Adler…“

Text: Christof Hannemann
Fotos: Jan Lehmann, Jan Bachmann, Daniela Rupprich, Patrick Garate


AddThis

We use cookies to improve our website and your experience when using it. Cookies used for the essential operation of the site have already been set. To find out more about the cookies we use and how to delete them, see our privacy policy.

I accept cookies from this site.

EU Cookie Directive Module Information